Die Clubfahrten zum nördlichsten Punkt Europas. Etappe für Etappe, mit den Aufnahmen von unterwegs.
Vom Rhein-Ruhr-Gebiet bis zum Nordkap sind es ein paar tausend Kilometer. Die letzten davon führen über eine Straße, die irgendwann einfach aufhört. Davor das Nordmeer, dahinter nichts mehr.
Was auf dem Weg dorthin passiert ist, erzählen die Fahrten selbst. Unten stehen sie der Reihe nach: was unterwegs war, und die Bilder dazu. Ganz am Ende liegen alle Aufnahmen noch einmal beisammen.
Um Silvester 1976 kam die Idee auf, Skandinavien auch mal im Winter zu bereisen, mit der Ente, versteht sich. Lange Vorbereitungen waren nicht nötig, und am Sonntag, den 6. März 1977 waren wir startklar: Reinhard, Degi, Martin und ich, zwei Enten und ein Küchenanhänger.

Reinhards Wagen, der den Hänger zog, war eigentlich gar kein 2CV, sondern ein AMI6 Break mit geändertem Aufbau. Beide Autos hatten eine Liegefläche, die sich in wenigen Sekunden umbauen ließ, etwa zwei mal 1,10 Meter. Die Rolldächer waren von innen mit zugeschnittenen Stücken alter Steppdecken und Schlafsäcke gedämmt.

Michelin 135R15ZX waren nach eingehenden Vorversuchen die besten Reifen ohne Spikes auf Eis und festgefahrener Schneedecke, dazu pro Fahrzeug ein Satz gute Spurkreuzketten. Ersatzteile blieben auf ein Minimum beschränkt, denn Gewicht ist der Hauptgegner in schwierigem Geläuf: eine Zündspule, eine Benzinpumpe, Kontakte, Kerzen, Kondensator, Ersatzschläuche, Rödeldraht. Das war's.

Start am Parkplatz Köln-Mülheim an der A3, Kaffeepause an der A1, dann über Rødby nach Norden. Gleich nach der ersten frostigen Nacht kochte der Benzinkocher das Kaffeewasser. Der Gaskocher wollte nicht: An der liegenden Flasche war der Druckminderer vereist.

Degis Ente hatte ab und zu Zündaussetzer. Warum, wussten wir noch nicht. In Helsingør ging es über den Sund, der schwedische Zoll suchte Schnaps und fand ihn nicht.

In Oslo standen wir vor dem Rathaus und sahen am Hafen zu, wie Fisch direkt vom Boot verkauft wurde. Richtung Bergen wurden die Straßen spiegelglatt, also kehrten wir um und fuhren über Hønefoss weiter nach Norden.

Geschlafen wurde, wo Platz war: auf einem geräumten Feldweg an der norwegischen Grenze, auf einem Waldweg vor Kongsberg, auf einem Holzladeplatz bei Gjøvik am Mjøsa, wo mitten in der Nacht die Lastwagen kamen. Wir durften zum Glück stehenbleiben. Einmal gab es Lagerfeuer im Schnee.

Vor dem Trondheimer Dom machten wir ein Bild von den Fahrzeugen. Dann ging es auf zum Polarkreis, hinauf zum Saltfjell. Ab dem Anstieg bis zur Passhöhe fuhren wir mit Ketten. Unten auf Meereshöhe war schon fast wieder Frühling.

An der Fährstation in Sommarset trafen wir eine britische Militäreinheit bei ihrer jährlichen Winterübung. Ein Offizier fragte, ob wir einen Lötkolben dabeihätten, in seinem Elektrorasierer war ein Kabel abgebrochen. Hatten wir. Nach wenigen Minuten in Reinhards Ente war der Apparat repariert, und zum Dank floss den Abend über hervorragender Scotch aus Pappbechern der Royal Air Force, als gäbe es kein Morgen mehr.

Am nächsten Morgen waren die Briten schon mit der Fähre weg. Nur ihr Letzter stand noch da, ein Landrover-Sanitätsfahrzeug mit einem platten Reifen und ohne Luftpumpe an Bord. Die Pumpe konnten wir stellen. Pumpen mussten die Jungs selbst, während wir frühstückten.

In Hammerfest übernachteten wir direkt am Hafen und zogen einen Ersatzschlauch in den Anhängerreifen. Vorher hatten wir am zugefrorenen Alta-Fjord gestanden und waren abends noch ein Stück über das Eis spaziert.

Am 24. März standen wir vor dem Schild: bis hierhin und nicht weiter. Oder doch? Ja, zu Fuß. Dreizehn Kilometer hin und dreizehn zurück durch tiefen Schnee, und wir waren spät dran. Unterwegs kam Schneetreiben auf, auf dem Rückweg wurde ein heftiger Schneesturm daraus. Sicht keine zwanzig Meter, Hörweite auch nicht mehr, es wurde stockdunkel, der Weg war nicht mehr zu erkennen. Eine lebensgefährliche Aktion.

Weiter ostwärts erreichten wir Skallelv, den nordöstlichsten Punkt der Reise. Dort begann Eisregen, und wir kehrten um, statt noch nach Vardø zu fahren.

In Kaamanen trocknete bei etwa minus zwanzig Grad alles im Nu. Die Halbzoll-Nüsse im Werkzeugkasten waren aneinandergefroren.

Acht Kilometer südlich von Ivalo stand uns die kälteste Nacht bevor: minus 33 Grad, und der Wind frischte auf. Am Morgen wollte keines der beiden Autos anspringen. Bei Reinhard half Vorwärmen der Ölwanne mit einer untergeklemmten Propan-Heizsonne. Bei Degi war die Zündspule geplatzt, durch einen feinen Riss war über lange Zeit Wasser eingedrungen. Das war auch die Ursache der Aussetzer gewesen. Spule erneuert, und alles war gut.

Die nächste Nacht wurde noch kälter, also mieteten wir uns eine Hütte. Am Abend kam der neue Anhängerreifen, am Morgen brachen wir früh auf und fuhren in einem Zug fast fünfhundert Kilometer über festgefahrene Schneedecke bis nach Nordschweden.

In Uppsala genossen wir die Gastfreundschaft von Lasse Bergling vom Svensk Citroënklub, in Stockholm übernachteten wir am alten Hafen und besuchten ausgiebig das technische Museum. Dann Schloss Skokloster, der Vätternsee, und bei Helsingør die letzte Nacht am Strand.

Am Karfreitag hatte uns der Winter wieder: Ostertreffen in Kopenhagen, mit Schneeschauern zwischendurch. Am 11. April ging es über Rødby zurück, und Deutschland hatte uns wieder. Blieb nur noch, die Scheinwerfer zu putzen.
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Oben steht die Fahrt. Hier liegen die Aufnahmen vollständig, Album für Album.























































































































































































































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